7. Tag Fr 16.1.26

Am siebten Tag sollst du ruhen, hat mal jemand gesagt.

Bei uns ist dieser siebte Tag ein Freitag. Passt also erstaunlich gut.

Nach dem gestrigen Tag sind wir jedenfalls zur einhelligen Meinung gekommen, dass wir uns eine Auszeit mehr als verdient haben. Quasi ein Wellness-Tag. Körperlich, geistig und moralisch.

Der ursprüngliche Plan war ehrgeizig:

Früh aufstehen.

Frisch starten.

Strukturiert in den Tag gehen.

Der tatsächliche Ablauf war realistischer.

Das frühe Aufstehen hat sich… sagen wir… etwas in die Länge gezogen.

Aber das ist kein Scheitern.

Das ist Konsequenz.

Kelohovi weiss:

Erholung beginnt nicht mit dem Wecker,

sondern mit dem Ignorieren desselben.

An dieser Stelle möchten wir es nicht versäumen, uns von ganzem Herzen bei allen zu bedanken, die unseren Finnland Attack Film geschaut haben – und uns mit unglaublich viel positivem Feedback überschüttet haben.

Wir haben alles gelesen. Wirklich. Mehrmals. Mit Stolz.

Aufgrund dieses überwältigenden Echos möchten wir transparent kommunizieren, dass unser Management seit Veröffentlichung des Films mit unendlich vielen Anfragen konfrontiert wurde.

Es wurden Gespräche geführt.

Es wurden Optionen geprüft.

Es wurden Termine diskutiert.

Wir haben uns sogar bereits entschieden, in welcher Form wir künftig auf der Bühne zu sehen wären.

Und genau deshalb müssen wir euch leider mitteilen:

Bitte seht von weiteren Anfragen ab, die Engagements in den Bereichen Film, Musik, Bühne oder Ähnliches betreffen.

Nicht, weil wir es nicht könnten.

Nicht, weil wir es nicht wollten.

Sondern weil wir uns bereits für etwas sehr Grosses entschieden haben.

Vertraglich festgelegt.

Langfristig geplant.

Nicht verhandelbar.

Wir werden in einem Jahr wieder nach Finnland ins Kelohovi fahren.

Danke für euer Verständnis.

Danke für euren Support.

Die Zukunft ist geregelt.

Unsere Grundversorgung nähert sich bedenklich dem Nullpunkt.

Wasser fast leer.

Getränke auf Reserve.

Und da endet selbst bei uns der Spass. Verdursten steht aktuell nicht auf der To-do-Liste.

Also fassen Tom und Ivo einen mutigen, aber logischen Entschluss:

Wir fahren heute nach Levi einkaufen.

Ja, theoretisch fahren wir am Sonntag sowieso nach Kittilä, um Tom zum Flughafen zu bringen.

Und ja, theoretisch hätte man diesen Moment auch für einen Einkauf nutzen können.

Theoretisch.

Praktisch bedeutet Sonntag in Levi:

Touristen.

Viele Touristen.

Familien im Rudelbetrieb.

Menschen, die nichts kaufen, aber alles blockieren.

Keine Chance.

Keine Nerven.

Keine Experimente.

Darum erledigen wir das jetzt.

Freiwillig.

Unter der Woche.

Mit Würde.

Kelohovi ist vieles.

Aber Sonntagseinkauf mit Levi-Touris ist eine Grenze, die wir nicht überschreiten.

Und dann sitzen wir auch schon im Auto und nehmen Kurs auf Levi.

Direkt in den Markt, mit einem kurzen, aber wichtigen Zwischenstopp: Abfall entsorgen. Ordnung muss sein, selbst auf dem Weg zur Eskalation.

Wir haben kein Interesse daran, lange herumzutrödeln oder Levi unnötig auszukosten. Also rein, zwei Einkaufswagen geschnappt und konsequent befüllt. Kein Schlendern. Keine Inspiration. Reiner Zweckkauf.

Nach Abschluss des ersten Einkaufs folgt ein zweiter, strategisch entscheidender Halt in Sirkka. Denn dort hat heute tatsächlich der Alko geöffnet.

Endlich.

Die rote Flüssigkeit namens Wein.

Wir decken uns ein, wie es sich gehört, und sichern damit das, was wirklich zählt:

Dass wir vor Toms Abreise noch bei einem gemütlichen Nachtessen gemeinsam einen guten Tropfen geniessen können.

Mission erfüllt.

Prioritäten richtig gesetzt.

Kelohovi bleibt stabil.

Die Rückfahrt liegt uns schon wieder unter den Füssen, und gut eine Stunde später rollen wir erneut im Kelohovi ein. Routiniert, leicht erschöpft, aber erfolgreich.

René hat während unserer Abwesenheit die Stellung gehalten. Aufmerksam, zuverlässig und mit dem nötigen Überblick. Er hat dafür gesorgt, dass nichts wegkommt –

wobei man fairerweise sagen muss:

Hier in Lappland muss man eher darauf achten,

dass niemand etwas bringt.

Plötzlich steht sonst ein Elch im Garten, ein Nachbar bringt Fisch vorbei oder jemand stellt kommentarlos Holz ab. Man weiss nie.

Kelohovi ist wieder komplett.

Die Versorgung gesichert.

Und die Welt weiterhin in Ordnung.

Kaum sind die eingekauften Lebensmittel verräumt, geht es Schlag auf Schlag.

Keine Pause.

Kein „nur kurz hinsetzen“.

Wir sitzen praktisch schon wieder im Kelohovi-Cinema.

Die Sessel warm.

Die Leinwand bereit.

Der nächste Film läuft: Bad Boys: Ride or Die.

Explosiv, laut, vorhersehbar – genau richtig für diesen Moment.

Prioritäten sind geklärt.

Logistik erledigt.

Kulturprogramm fortgesetzt.

Kelohovi kennt keine Leerlaufzeit.

Nur fliessende Übergänge.

Als nominierte Oscar-Gewinner – in Regie, Schauspiel und letztlich in allen Kategorien – geniessen wir an diesem Abend ein unglaublich gutes Nachtessen. Bescheidenheit ist heute leider aus terminlichen Gründen abgesagt.

Während im Hintergrund das Eishockeyspiel **SC Rapperswil-Jona Lakers gegen ZSC Lions läuft, nimmt die Küche parallel wieder Betriebstemperatur auf.

Pfannen werden warm.

Herde aktiv.

Abläufe greifen.

Denn dieses Festmahl entsteht nicht zufällig.

Es wird vorbereitet.

Mit Ernst.

Und mit dem Selbstverständnis von Leuten, die wissen, dass sie später ohnehin Lob ernten werden.

Kelohovi kann vieles gleichzeitig:

Filmkarriere.

Sportübertragung.

Kulinarische Höchstleistung.

Und alles völlig entspannt.

Das Festmahl steht.

Auf dem Programm: Rotkraut, Kartoffelstampf, Champignon-Sauce – und dazu, wie könnte es anders sein, Rudolf Rentier Filet. Ganz normaler Kelohovi-Alltag also.

Das Rotkraut haben wir bereits früh angesetzt. So ein Projekt braucht Zeit, Geduld und die Bereitschaft, immer wieder daran zu rühren und bedeutungsvoll zu nicken. Qualität lässt sich nicht hetzen.

Alles andere wird à la minute serviert. Frisch, heiss und genau im richtigen Moment. Keine Warmhalteexperimente, kein Risiko.

Ein Festmahl, das nicht improvisiert wirkt –

obwohl es genau das ist.

Das Eishockeyspiel rückt rasch zur Nebensache.

Offenbar mit dem besseren Ende für die ZSC Lions – was die einen freut und andere sportlich verdrängen.

Wir konzentrieren uns konsequent auf das Wesentliche: das Essen.

Und schaffen es dabei zum ersten Mal, einen wunderbaren spanischen Rotwein „El Abuelo“ zum Menü zu servieren. Ein Meilenstein. Spät, aber würdig.

Prioritäten korrekt gesetzt.

Sport für die Kulisse.

Genuss für den Moment.

Um diesen Tag erst recht zu würdigen, verlagern wir den Nachtisch konsequent ins Jacuzzi.

Warum auch nicht.

Wir sitzen im warmen Wasser, mit Whisky in der Hand und einer grossen Zigarre, und geniessen die frisch vollbrachten Meisterleistungen. Selbstverständlich ohne falsche Bescheidenheit.

Die Nacht ist wunderschön.

Nicht klar, aber heimelig.

Rund um uns verschneite Bäume, absolute Stille.

Im Hintergrund unser heißgeliebtes Kelohovi, ruhig, warm, geduldig.

Kein Rauschen.

Kein Wind.

Nichts.

Nur Ruhe.

Und wir drei grossen Akteure, die diesen Abend in aller Ruhe geniessen.

Mehr braucht es nicht.

Und mehr will man in diesem Moment auch gar nicht.

Abgetrocknet und im Zustand vollständigen Wohlgefühls setzen wir uns an diesem Tag nochmals ins legendäre Kelohovi-Kino. Einfach, um zu prüfen, ob die anderen da draussen eigentlich auch so abliefern wie wir.

Der Film des Abends ist The Rip. Genau richtig für einen gemütlichen Ausklang, bevor uns langsam die Träume einholen.

Denn lange geht es heute nicht mehr.

Morgen ist Samstag.

Und da wird etwas früher aufgestanden.

Wer will schliesslich schon das Lauberhornrennen verpassen.

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